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Säuerung 2017 zugelassen

(Quelle: Staatl. Weinbauinstitut Freiburg, Önologischer Hinweis Nr.3 vom 31.08.2017 von Dr. Jürgen Sigler)

 
Bei Trauben (auch gemaischt), Most, gärendem Most und Jungwein darf die Säuerung bis zu einer Höchstmenge von 1,50 g je Liter, berechnet als Weinsäure, durchgeführt werden, bei Wein bis 2,50 g je Liter. Die Säuerung, welche auch in mehreren Arbeitsgängen erfolgen kann, ist mit L-Weinsäure,

L- oder DL-Äpfelsäure sowie mit Milchsäure zulässig. DL-Weinsäure oder Metaweinsäure sind hierfür nicht erlaubt.

Die Weinsäure muss aus Weinbauerzeugnissen gewonnen worden sein.

Möglich ist die Säuerung auch mittels Elektrodialyse oder Kationenaustauschern unter den dafür festgelegten Bedingungen.
Zu beachten ist, dass die Säuerung und die Anreicherung sowie die Säuerung und die Entsäuerung ein und desselben Erzeugnisses einander ausschließen. Da jedoch Trauben, Most, gärender Most und Wein rechtlich als verschiedene Erzeugnisse gelten, ist beispielsweise die Anreicherung von Traubenmost und die nachfolgende Säuerung als Wein durchaus möglich. Wenn im Moststadium gesäuert wird, darf die Anreicherung aus rechtlichen Gründen erst nach Gärbeginn erfolgen; falls der Most angereichert wird, darf dementsprechend die Säuerung erst später erfolgen.Das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg empfiehlt, bei Lesegut mit pH-Werten über 3,4 die Säuerung aus Gründen der mikrobiellen Stabilität bereits im Most-/Maische-Stadium vorzunehmen. 

Bei Zugabe der erlaubten 1,50 g/l (ber. als Weinsäure) ist mit einer Senkung des pH-Wertes um 0,2 bis 0,3 Einheiten zu rechnen.

Dosierungstabelle
Trauben, Most etc. (max. 1,5 g/l, ber. als Weinsäure) Wein (max. 2,5 g/l, ber. als Weinsäure)
Weinsäure 150 g/hl 250 g/hl
Äpfelsäure 134 g/hl 223 g/hl
Milchsäure (80 %) 225 g/hl (= 188 ml/hl) 375 g/hl (= 313 ml/hl)



NEU - WeinRechnerAPP vom DLR

(Quelle: Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum
Rheinhessen-Nahe-Hunsrück KELLERWIRTSCHAFTLICHER
INFORMATIONS-SERVICE (KIS) Rheinhessen 2015 Nr. 9 vom 23.09.2015)
     

WeinRechnerAPP - Berechnungen rund um den Wein.
Kostenlos erhältlich für Android und PC
Ab sofort steht die „WeinRechnerAPP“ auf der Homepage des DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (http://www.dlr-rnh.rlp.de) zum Download bereit.  

Unter Eingabe „Weinrechnerapp“ gelangen Sie auch über die gängigen Such-  maschinen direkt auf die Seite.  

Die WeinRechnerAPP löst den Weinrechner ab, der auf der Tabellenkalkulation Microsoft Excel aufbaute. Die nun vorliegenden Versionen sind auf jedem Windows-PC sowie auf Android Smartphones und Tablets nutzbar. Sie umfasst Berechnungen zu den Themen Verschnitt, Anreicherung, Entsäuerung, Konzentrierung und Analysenverwaltung.  

Die Funktionen zur Kalkulation des „Hektarhöchstertrages„ sowie „Drucken“ stehen nur in der PC-Version zur Verfügung. Die WeinRechnerAPP ist kostenlos und darf mit Hinweis auf die Homepage des DLR kopiert und weitergegeben werden.

 

 

Schwefeldioxid-Grenzwerte erhöht (Quelle: Staatl. Weinbauinstitut Freiburg, Önologischer Hinweis Nr.3 vom 27.04.2015) 

Die EU-Kommission und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben jetzt die Grenzwerte für den Gehalt an Gesamt-Schwefeldioxid (Gesamt-SO2)

u. a. für baden-württembergische Weine aus Trauben des Jahrgangs 2014  

ausnahmsweise um jeweils 50 mg/l erhöht.

Im Einzelnen gelten für 2014er Weine und Perlweine nun die folgenden geänderten Höchstgehalte:  

Restzuckergehalt unter 5 g/l:

- Rot: 200 mg/l (normal: 150 mg/l)  

- Weiß, Rosé: 250 mg/l (normal: 200 mg/l)  

Restzuckergehalt von 5 g/l und mehr:  

- Rot: 250 mg/l (normal: 200 mg/l)  

- Weiß, Rosé: 300 mg/l (normal: 250 mg/l)

Die entsprechende Änderung der Weinverordnung tritt am 28.04.2015 in Kraft.

Anträge auf Erteilung einer A. P. Nr. für Weine mit erhöhtem Gehalt an Gesamt-Schwefeldioxid können daher nun beschieden werden.

Nach Auskunft des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sind damit die SO2-Grenzwerte für 2014er Öko-Weine in den genannten Qualitäten ebenfalls um jeweils 50 mg/l erhöht.  

Unverändert bleiben jedoch die Werte für Weine mit einem Restzuckergehalt ab 5 g/l der Prädikate Spätlese (300 mg/l), Auslese (350 mg/l) sowie Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein (400 mg/l).  

Auch die (niedrigeren) Grenzwerte von Öko-Wein dieser Qualitäten bleiben unverändert.  

Unter „Restzucker“ ist jeweils die Summe von Glucose und Fructose zu verstehen.